Stellungnahme von S4F-Bayreuth zur Umfrageaktion des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt zur Neugestaltung des Verkehrsraums Bismarck- und Erlangerstraße

Kreisverband Bayreuth-Stadt unterstützt Stellungnahme von S4F

19.01.23 –

Als S4F-Bayreuth begrüßen wir die Ziele der Stadt Bayreuth, die Mobilitätswende voranzubringen. Ein schneller Umstieg auf eine nachhaltige Mobilität ist bedeutsam für die notwendige drastische und schnelle Verringerung der Treibhausgas-Emissionen.

Für die Meisterung der Herausforderungen einer erfolgreichen Verkehrswende ist die Mitnahme der Bevölkerung unabdingbar. Die Verkehrswende in Bayreuth wird derzeit intensiv anhand der Neugestaltung des Verkehrsraums Bismarck- und Erlangerstraße diskutiert. Die S4F-Bayreuth begrüßen grundsätzlich eine Umfrage in der Bevölkerung, um diese am Prozess zu beteiligen! Eine Umfrage kann jedoch nur dann sinnvoll genutzt werden, wenn sie aussagekräftige Erkenntnisse liefert.

Der derzeit laufenden Befragung des CSU-Kreisverbandes Bayreuth-Stadt 1 kann aus folgenden Gründen jedoch keine wissenschaftlich tragfähige Aussagekraft bescheinigt werden:

  • Eine Repräsentativität ist nicht gegeben! Die Online-Version des Fragebogens kann lediglich von Nutzenden eines Google-Kontos ausgefüllt werden. Zudem werden keinerlei Angaben zum Wohnort (z.B. Anwohnende, Stadt Bayreuth, Landkreis Bayreuth, Personen ohne Bezug zu Bayreuth) oder weitere soziodemographische Merkmale erhoben, so dass keine differenzierten Aussagen erzielt werden können. Ob die Ergebnisse der Befragung auch nur annähernd repräsentativ für die Betroffenen sind, muss also völlig offenbleiben.
  • Für eine seriöse Fragebogengestaltung muss auf tendenziöse Formulierungen (z.B. im einleitenden Text) und doppelte Verneinungen bei Fragenformulierungen verzichtet werden sowie für Pro- und Contra-Argumente eine Begründungsauswahl angeboten wird. Dies ist im vorliegenden Fragebogen nicht gegeben.

 Es ist zu befürchten, dass mit einem derartigen Fragebogen lediglich Stimmungen geschürt und getestet werden, wer mehr Teilnehmende mobilisieren kann. Solche Ergebnisse sind für einen erfolgreichen Transformationsprozess, also nicht ob, sondern wie die Mobilitätswende in Bayreuth gemeistert werden kann, jedoch wertlos.

Eine erfolgreiche Transformation kann nur durch die Mitnahme Aller gelingen. Das bedeutet, es werden partizipative Verfahren benötigt, beispielsweise ein Runder Tisch mit Vertretenden aus Stadt und Landkreis, betroffenen Bürger:innen, Wissenschaftler:innen, Expert:innen der Verkehrsplanung etc., in die repräsentative Umfrageergebnisse einfließen!
Gerne unterstützen wir als Scientists for Future Bayreuth mit unserer fachlichen Expertise diesen Prozess!

Bayreuth, 18.01.2023

Prof. Dr. Susanne Tittlbach, Prof. Dr. Manfred Miosga, Prof. Dr. Peter Kuhn, Dr. Astrid Utler, Hannah Uhrmann, Dr. Stefan Holzheu, Prof. Dr. Claus D. Kuhn, Prof. Dr. Christoph Helbig, Prof. Dr. Paula Schrode, Prof. Dr. Stefan Peiffer, Dr. Volker Audorff, Johannes Meuchelböck, Prof. Dr. Anke Jentsch-Beierkuhnlein, Dr. Michael Kiermaier, Christoph Koch, Oliver Gschwender, Dr. Birgit Thies, Prof. Dr. Roland Marschall, Signe Schönborn, Arno Mayor, Martin Hillenbrand, Gerasimos Gkoutselis, Prof. Dr. Stephan Kümmel, Prof. Dr. Fabian Herweg, Prof. Dr. Gerrit Begemann, Dr. Immanuel Zitzmann, Prof. Dr. Janosch Hennig, Nora Meides, Moritz Helm, Prof. Dr. Joel Glasman, Sophie Faulstich.

für Scientists for Future Bayreuth

Die PDF-Version der Stellungnahme finden Sie hier.

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